Mittwoch, 17. November 2010

Zu einem kleinen Balkan und zurück

Diesen Sommer waren Sveta und ich nicht viel zu Hause.




Erst waren wir ein Monat unterwegs in Kroatien und Montenegro, danach widmeten wir uns den Hochzeitsvorbereitungen, um anschließend unseren Honey Moon in Marokko zu verbringen – als Kultur- und Bildungsreise Abgerundet haben wir den Sommer dort, wo unsere Liebe begann; zu Hause im Ötztal mit dem Sickline-Rennen in Ötz

.


Der Trip nach Montenegro führte uns die gesamte Ostküste Kroatiens entlang. Dabei konnten wir zwischen Kultur- und Naturspektakeln in das Seepaddeln eintauchen. Unser Erkundungsdrang bescherte uns landschaftliche Highlights wie kleine Kiesbuchten, Steinhöhlen, in die wir reingepaddelt sind, exponierte Schnorcheleinsätze, bei denen wir zur Abwechslung den Kopf mit Absicht unter Wasser tauchten, um so dabei die Pracht des Meeres zu bestaunen. 

Als – im wörtlichen Sinne - erhebend erlebten wir das Küstenklettern… Wir kletterten ungesichert in schwindelerregende Höhen, um uns anschließend ins Wasser zu stürzen…



Die Slack-Line bauten wir immer auf, wenn wir zwei geeignete Bäume bzw. Felsen fanden, die stabil genug waren, sie zu befestigen. Diese Möglichkeit bot sie uns zum Beispiel beim Schlafplatz zwischen Ziegen auf einem Hochplateau mit Blick ins Weite oder im Hafen, während wir auf die Fähre warteten, die Sonne glühend am Horizont im Meer versank, der Wind im silbernen Laub der Olivenbäumen am Strand säuselte.


Nach drei Wochen auf Achse erreichten wir die Tara. Sie war der Höhepunkt unserer Reise. Sie schneidet sich mit klarem, türkisgrünem Wasser 1300 Meter tief in das Gebirge des Dumitor-Nationalparks.

Sie ist somit die tiefste Schlucht Europas und eine der tiefsten unserer Erde. Die dreitägige Befahrung der Tara forderte zwar nicht unser Können durch schwieriges Wildwasser heraus, aber bezauberte durch Natur pur. Faszinierend waren die Unmengen von Karstquellen, deren Wasser über bemooste Felsen zu Staub zerstreut und mit dem Farbenspiel der Sonne in die Tiefe stürzten, um anschließend von der Tara weiterbefördert zu werden. 
 Das Grün des Waldes, welches sich zum Teil bis an die Bergspitzen erstreckte, erweckte das Gefühl, dass sich die Lungen mit einem Atemzug, so sehr mit Sauerstoff füllen können, dass ein Atemzug am Tag ausreichen könnte. Auch die einsamen Schlafplätze auf Kies- und Sandstrand werden uns für immer in Erinnerung bleiben. 
Wir konnten unsere abgeschiedene Zweisamkeit und Zeit zum Nachdenken vollends genießen. Wir stellten einmal mehr fest, wie wertvoll es ist, nicht ständig mit äußeren Einflüssen konfrontiert zu werden.